Demokratie, die erkämpfte Freiheit

Am vergangenen Wochenende suchten Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitskreises Demokratie und Monarchie, der Frauen in guter Verfassung, des DeSe, des Trachter sowie des Vereins zur Stärkung der Volksrechte Dr. Peter Sprenger auf, um ihm für seine letzte Rede im Landtag vom 17. Dezember 2004 zu danken. Zu danken dafür, dass er sich noch einmal ausführlich dem Thema Verfassung gewidmet hat, damit nicht vergessen wird, dass dieses Thema noch lange nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig wurde auch Dr. Peter Wolff und Dr. Walter Hartmann, die sich bedingungslos hinter Peter Sprenger stellten, für ihr Engagement in der Verfassungsfrage gedankt.

Diese Rede hat vielen besorgten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Herzen gesprochen, aber sicherlich auch vielen nicht gefallen. Es ist schwer, einen Fehler einzugestehen. Allzu oft meint man, das Problem löse sich von selbst, wenn man den Kopf nur tief genug in den Sand steckt. Bezeichnend die Haltung verschiedener Personen, die seit dem 16. März 2003 kritische Stimmen zum Schweigen bringen wollen, immer mit dem selben hilflosen Argument, das Volk habe eine Entscheidung getroffen, die zu akzeptieren sei. Wer A sagt, muss nicht auch B sagen, er kann auch erkennen, dass A falsch war. Um eine ehrliche Auseinandersetzung mit der fürstlichen Verfassung wird das liechtensteinische Volk nicht herum kommen. Früher oder später wird es sich der Realität stellen und sich eingestehen müssen, dass es massiv an Macht verloren hat. Es wird dann auch erkennen müssen, dass verschiedene Vertreter im Landtag und deren Berater in den Parteien, eigene oder andere, jedenfalls nicht seine Interessen vertreten haben.

Das liechtensteinische Volk wird deshalb bei den nächsten Landtagswahlen genau prüfen, wem es die Stimme gibt. Wir von der liechtensteinischen Demokratiebewegung hoffen, dass nur solche Personen in den Landtag gewählt werden, die entschlossen und mutig die Interessen des Volkes von Liechtenstein vertreten. Schwache Landtagsabgeordnete können wir uns nicht leisten. Denn Demokratie ist nicht eine Huld, die ein Herrscher oder eine fremde Macht gewährt, sondern eine Freiheit, die sich Völker selbst erkämpfen.

Verein zur Stärkung der Volksrechte

Liechtensteiner Vaterland vom 21.12.2004, Seite 7